Friedrichs Freitags-Notizen 33
100. Todestag Friedrich Eberts heute, am 28.02.2025!!
Worte für den Februar
Heute jährt sich der Todestag des ersten frei gewählten Reichspräsidenten der ersten demokratischen Republik auf dem deutschen Boden, der Weimarer Republik, zum einhundertsten Male.
Friedrich Ebert, SPD-Mitglied der ersten Stunde (1890), stammt als Kind armer Eltern aus Heidelberg, besuchte die Volksschule und erlernte das Handwerk eines Sattlers (Lederbearbeitung). Später war er auf Handwerks-Wanderschaft, wurde Gewerkschaftsmitglied und war zwischenzeitlich arbeitslos. In den Jahren von 1895 bis 1918 war Ebert unermüdlich als Gewerkschafts- und SPD-Parteifunktionär tätig, setzte sich für die Interessen der Arbeiter:innen, für Lohngerechtigkeit, Arbeitszeitregelungen, Gesundheitspolitik und soziale Gerechtigkeit ein.
Nachdem der letzte deutsche Kaiser am Ende des I. Weltkrieges abgedankt hatte, wurde er am 19. Januar 1919 in der Deutschen Nationalversammlung in Weimar zum Reichpräsidenten gewählt. Er war das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt auf deutschem Boden seit tatsächlich fast 1000 Jahren.
Ebert sagte: „Ich will und werde als der Beauftragte des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, dass ich Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und dass ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.“ Der berühmte deutsche Schriftsteller Thomas Mann nannte ihn einst voller Hochachtung „Vater Ebert“.
Am 25.02.1925 starb Friedrich Ebert im Alter von 54 Jahren an einer verschleppten Blinddarmentzündung. Zu seinem Begräbnis stoppte im ganzen Deutschen Reich für 5 Minuten jegliches öffentliche Leben, Millionen Menschen trauerten still.
Wir, das Friedrich-Ebert-Gymnasium, halten sein Andenken nicht nur in unserem Namen fest. Wir tragen seine zutiefst demokratischen Werte, seine menschlichen Überzeugungen und seinen Glauben an soziale Gerechtigkeit in unserem Schulleben als täglich umgesetztes Vermächtnis in uns.
Was im Februar geschah:
Wie in den Vorjahren, so ist auch dieser Februar durch die Winterferien ein verkürzter Monat gewesen. Nichtsdestotrotz haben wir natürlich auch seit dem 10.02., dem ersten Tag nach den Ferien, verschiedene Aktivitäten und Ereignisse zu erwähnen.
Gleich ein erstes Highlight war die erfolgreiche Teilnahme unserer Schüler:innen beim Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“. Dieser fand am 13.02. in der Brondby Schule statt. Wir gratulieren ganz herzlich Namia Stange und May-Lin Ly (beide Klasse 8a) sowie Anton Manzke (Q2) für ihre ersten Plätze in den jeweiligen Altersgruppen!
Jetzt gilt es Daumen drücken für das Landesfinale im März!
Hier findet sich Weiteres:
Frau Dallmann und Herrn Metzner-Kanaan ein großes Dankeschön für die Begleitung.
Mittwoch, 12.02., tagte um 18 Uhr der Förderverein unserer Schule zu seiner monatlichen Sitzung. Zentrales Thema war der Aktionskalender des Fördervereins/der GEV und die Unterstützung von Schulveranstaltungen. Neu ist, dass wir auch gerade unseren Eltern zunehmend Veranstaltungen anbieten wollen, wie zum Beispiel am Dienstag, den 11. März um 19 Uhr die Lesung mit der Schriftstellerin Shelly Kupferberg in unserer Aula. Karten können im Sekretariat für 5 Euro oder an der Abendkasse erworben werden!
Am Samstag, 15.02., nahm die Schulleitung am großen Berlin-Tag der pädagogischen und sozialen Berufsfelder teil, einer beruflichen Messe, auf der einige Lehrer:innen ihr Interesse bekundeten, sich an unserer Schule für eine Tätigkeit zu bewerben.
Im Februar begrüßten wir auch unsere neuen Referendar:innen:
Deutsch / Geografie: Phoebe Heyroth. Sie war bei uns schon im Praxissemester.
Deutsch / Spanisch: Jessica Charlotte Althusmann, war schon bei uns als PKB-Kraft.
Geschichte / Geografie: Arne Wattjes
Französisch: Sara Wieland (macht bei uns Oberstufe, Stammschule ist die Sekundarschule Wilmersdorf)
Allen vier Referendar:innen viel Erfolg bei Ihrem Start und in ihrer Ausbildung bei uns!
Am 19.02. (Mittwoch) fand in unserer Aula ein großes regionales Schulleitungstreffen statt. Alle 55 Direktor:innen der Charlottenburg-Wilmersdorfer Grundschulen, ISS, Abend- und Sonderschulen sowie Gymnasien tauschten sich zum Thema Stärkung der Basiskompetenzen in den Fächern Mathematik und Deutsch aus.
Am 19.02 besuchte uns bis zum 26.02. unsere Partnerschule aus Cangas in Galizien (Spanien) zum Gegenbesuch. Die beiden Kolleginnen und ihre Gruppe fühlten sich bei uns sehr aufgehoben. Ich danke Herrn Dr. Bröking und Frau Vergnau für die organisatorische Begleitung der Gruppe.
Am Donnerstag, 20.02., tagten die Fachverantwortlichen unserer Schule zum Thema Abitur und 5. Prüfungskomponente.
Am Sonntag, den 23.02., befand sich auch in unserer Schule, im Neubau, das Wahllokal 703. Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Kolleg:innen Werner, Christiansen, Leo, Hintze, Ehlers, Bohrmann und Siegemund für ihren ehrenamtlichen Einsatz im Sinne der Stärkung unserer Demokratie.
Und am 25.02. beriet sich die Schulleitung mit der Oberstufen-, Mittelstufenkoordination und der Schulorganisation auf einer Klausurtagung. Der Jahresplan 2026/27 steht und wird den Gremien (Gesamtkonferenz und Schulkonferenz) vorgestellt. Und am Mittwoch, den 26.02., schrieben die Schüler:innen der Q4 ihre letzte reguläre Grundkursklausur, bevor sie dann ihre Abiturarbeiten verfassen.
Seit Anfang Februar finden wieder Kennenlerngespräche mit Schüler:innen der jetzigen 6. Klassen aus verschiedensten Grundschulen statt, die sich bei uns anmelden wollen. Ab dem nächsten Jahr gibt es in der 7. Klasse kein Probejahr mehr, weil sich Schüler:innen der Grundschulen, die eine Gymnasialempfehlung erreichen wollen, einen sogenannten „Probeunterricht“ absolvieren müssen. Dieser fand am Freitag vor einer Woche, 21.02., im Marie-Curie-Gymnasium statt. Unsere Kolleginnen Frau Herz (Mathematik) und Frau Dallmann (Deutsch) haben als Korrektorinnen mitgewirkt. Einen ganz großen Dank an beide.
Zur Schulsozialarbeit: Jeden Monat treffen sich die Schulsozialarbeiter:innen Frau Strasser, Frau Buchhorn, Herr Müller und Herr Zobel zum gemeinsamen Austausch. Am 17.02. waren vom SIBUZ die Schulpsychologinnen, Frau Zimmermann und Frau Eberlein, mit dabei.
Das SIBUZ hat einen monatlichen Termin mit uns hier vor Ort.
Herr Aron Usener vom HALT e. V. ging am 13.02. (Donnerstag) in die 9.-12. Klassen, um eine monatliche Sprechstunde zum Thema Drogenprävention und Drogenvermeidung anzubieten.
Für die 8. Klassen fanden im Rahmen der Studien- und Berufsberatung ganztägige Informationsveranstaltungen im Haus und außerhalb mit dem Partner SBH statt.
Exkursionen und Veranstaltungen:
18.02.: 9/A H. Hintze, F. Christiansen: Technikmuseum Workshop Industrialisierung
18.02.: 8/C F. Junker, F. Kehrbusch-Dorn zur Berlinale
22.05.: WPF Deutsch Fr. Bastürk Abschluss-Slam am Hermann-Ehlers-Gymnasium
25.02.: 8/B F. Lienenkämper/F. Witte/F. Ambrosch 18:45 Uhr Deutsche Oper
26.02.: 8/A F. Saro, H. Metzner-Kanaan 18:45 Uhr Deutsche Oper
Sehen. Hören. Lesen.
SEHEN
Karoline Herfurths Film: „Wunderschön(er)“
Ist anders als erwartet – keine Art RomCom, sondern im Gegenteil ein ziemlich gutes und dabei unterhaltsames feministisches Statement (Kino, dann in Mediathek)
HÖREN
Patrick Watson: „Je te laisserai des mots“
Der kanadische Singer Songwriter aus Montreal macht wunderschöne Musik, die zum grau-schneeigen Wetter unserer Tage passt …
LESEN
Richard Powers: „Das große Spiel“
Ein großartiger Roman über 4 Menschen, ge-strandet auf einer Insel im Pazifik, die in ihrem Bemühen um das Überleben alle Probleme der Gegenwart in sich tragen…
LESEN FÜR U/Ü 15
„Absolut rekordverdächtig – dein Leben in Zahlen“
Superinteressantes Sachbuch
Aus der Geschichte der Schule

An unserer Schule hat der Prachtband „Friedrich Ebert und seine Zeit“ von 1927 bis heute „überlebt“. „Überlebt?“ Warum dieses? Wir erinnern uns: Am 10. Mai 1933 begingen die Nazis in ganz Deutschland die Bücherverbrennung. In Berlin, der Reichshauptstadt, fand diese Verbrennung auf dem Opernplatz direkt gegenüber der Berliner Universität statt.
Die Braunhemden, an jenem Abend in der Mehrzahl Studenten und Professoren in ihren feierlichen Talaren, zelebrierten diesen barbarischen Akt der Kulturfeindlichkeit als eine Art nächtliches Volksfest, mit Fackelschein und 12 „Feuersprüchen“. Vorher hatte man aus den Bibliotheken der Universität, aus den Stadtbezirksbibliotheken, Ämtern und Schulen abertausende Bücher von missliebigen Autoren oder über gehasste Persönlichkeiten – wie eben dieses Buch hier über Friedrich Ebert – auf Lastwagen zu den Scheiterhaufen gekarrt. Einst schrieb der deutsche Dichter Heinrich Heine: „Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“. Wie furchtbar wahr dieser Satz werden sollte, erfuhr die Weltöffentlichkeit 12 Jahre später. Millionen Menschen, die allermeisten von ihnen Juden, aber auch Kranke, Roma und Sinti, sowjetische und polnische Kriegsgefangene, wurden industriell in den Vernichtungslagern der Nazis getötet, ihre Leichen verbrannt. Es ist unfassbar, dass es heute in Deutschland wieder politische Gruppierungen gibt, die diesen furchtbaren und finsteren Teil unserer Geschichte verharmlosen beziehungsweise verleugnen.
Der Prachtband des Charlottenburger Verlagshauses Wilhelm Glass hat die Bücherverbrennung überlebt. Wir sind glücklich, dieses wertvolle Zeitdokument, geschrieben von Paul Löbe, heute in unserem Besitz zu wissen. Der einzige Schriftsteller übrigens, der dabei war, als seine Bücher auf dem Bebelplatz verbrannt wurden, ist Erich Kästner gewesen …
Unserer Schulgemeinde ein erholsames Wochenende!
Bildnachweis Titelbild: Bain, Public domain, via Wikimedia Commons
