schwarz-weiß-Aufnahme des jungen Erwachsenen Friedrich Ebert im Halbprofil. Er trägt Tweed-Anzug, Weste und Krawatte.

Friedrichs Freitags-Notizen 19

Worte zum vergangenen Monat und Ausblick auf Kommendes

Liebe Schulgemeinschaft,

der Monat Mai war in gewisser Weise turbulent: Erheblichen Aufruhr verursachte der Zwischenfall mit von Schulfremden verursachten verfassungsfeindlichen Schmierereien in unseren Toiletten, auch gab es diverse kleinere Unregelmäßigkeiten im Verhalten und gegenseitigen Respekt einzelner Klassen. Was haben wir aus alledem wieder einmal lernen können? Die Schule ist auch nur das Abbild der gesellschaftlichen, zumal der Berliner Realität. Konflikte und Probleme wegzuleugnen, das ist der denkbar schlechteste Weg, ein demokratisches Gemeinwesen zu gestalten. Aus diesem Grunde möchte ich mich bei all den Erziehungsberechtigten, den Eltern, Kolleginnen und Kollegen sowie Schülerinnen und Schülern bedanken, die sich klar und deutlich zu unseren demokratischen Grundwerten bekannt haben und Vorschläge einbrachten, wie wir unsere Gemeinschaft stärken können. Ergebnis dieses Konsenses der Mehrheit war die „Gemeinsame Erklärung“ vom 25. Mai, die per Email-Verteiler an alle verschickt wurde. In den kommenden Wochen werden wir – wie angekündigt – verschiedene Angebote für Schülerinnen und Schüler realisieren, die Werte-Erziehung, Kommunikation und Medienerziehung in den Mittelpunkt stellen.

Im Gespräch

Natürlich ist der Monat Mai – wie jedes Jahr – der zentrale Abiturmonat: Hier finden die im April bereits begonnenen schriftlichen Abiturprüfungen ihre Fortsetzung, es finden alle mündlichen Prüfungen statt, die heute, Freitag 02.06., nach drei Tagen abgeschlossen wurden. Ein großes Dankeschön an Frau Damaschke-Kaiser und Herrn Dr. Bröking für die reibungslose Planung von Prüfungen, Räumen, Aufsichten usw.!! Ebenfalls heute wurde die von Frau Siegemund und Frau Joschi organsierte Veranstaltung „Wege nach dem Abitur“ für den 12. Jahrgang durchgeführt.

Auch im Mai erfolgten für die 10. Klassen die schriftlichen MSA-Prüfungen in Englisch (04.05.) und Mathematik (09.05.), für die 9. Klasse der Willkommensschüler fand die BBR (Berufsbildungsreife) in Deutsch am 08.05. statt, in Mathematik am 14.05.

Zwei zentrale und großartig verlaufene Kulturprojekte müssen hier Erwähnung finden:

Die vom Fachbereich Kunst (Danke an Herrn Leeck und seine Mitstreiter!!) initiierte Vernissage „Kunst im Mai“ am 11.05. um 18 Uhr in der Aula gab den Auftakt zu einer 10-tägigen Schau von mehr als 200 Kunstwerken unserer Schüler:innen. Alle Klassen erhielten in den Tagen nach der Vernissage eine Führung durch die gesamte Kunstausstellung. Der Förderverein unserer Schule stiftete für die besten 12 Arbeiten Preise, die am 26.05. in Anwesenheit von Frau Erisenbas vom Förderverein und Herrn Leeck feierlich auf dem Schulhof an die Preisträger übergeben wurden. Ein schöner Start in eine für die kommenden Jahre angedachte Tradition der Förderung unserer künstlerischen Talente!

Am 24.05. dann fand unter Leitung von Frau Lienenkämper (Applaus!) und der Mitabeit von Herrn Stanze und Herrn Vömel (auch Applaus!) um 19 Uhr im Foyer des Neubaus die Veranstaltung „Musik im Mai“ statt. Die gesamte Palette musikalischer Darbietungen war beeindruckend, sie reichte von Square-Dance-Einlagen über Chorgesänge moderner Titel hin zu tollen gesanglichen Darbietungen der Jazzsängerin Polina aus der 10/B und der Rocksängerin Elvira (ebenfalls 10/A). Wir haben tolle Nirvana- und Radiohead-Interpreten, auch die beiden Moderatorinnen machten den ganzen Abend einen Super-Job. Was für ein herrlicher Abend! Die ungefähr 200 Gäste waren sichtlich bewegt …

Die von den beiden 10-Klässlerinnen Wenka und Minou angeleitete Arbeitsgemeinschaft „Klimaneutrale Schule“ macht Ernst: Sie sprachen in Anwesenheit von Herrn Petersen, unserem Verwaltungsleiter und Herrn Grzelka, unserem Hausmeister, am 25.05. im Hochbauamt des Bezirkes vor, um sich mit dem dortigen Verantwortlichen über die Installation von Solarpaneelen auf unseren Dächern auszutauschen. Dies soll – laut Bezirksamt – bis Oktober 24 erfolgt sein. Der Bau einer neuen Turnhalle und darüber befindlicher Räume soll – vorgeblich ohne größere Beeinträchtigung des Schulbetriebs – 2025 beginnen.

Mit unserem Schulrat wurde der Schulvertrag der Schule für das Jahr 2023/24 vorbesprochen: Hauptanliegen sind die konzeptionellen Unterlegungen unseres ERASMUS+- Austauschprogrammes (jetzt am Montag starten beispielsweise 2 Gruppen nach Nantes und Wien), das Konzept des Achtsamen Lehrens und Lernens sowie die Klimaneutralität der Schule mit Energie- und Müllsparkonzept, Solareinspeisung und Begrünung (Gewächshaus).

Exkursionen und Ausflüge, unter anderem, gingen nach: Mathe-Asse 9/D mit Frau Christiansen am 06.05. (Samstag!) in der Humboldt-Universität „Tag der Mathematik“, Herr Schmidtke und LK GE ins Deutsche Historische Museum am 05.06., Herr Zywottek mit gk-ge Marmorpalais und Neues Palais Potsdam 11.05., 9/D Herr Kimmritz, Gärten der Welt, 12.05., 9/B Herr Meyer-Belitz in den Bundestag 12.05., 8//E+9E+9/C Frau Acimi, Herr Balaraja und Herr Göldner ins EVA-Kino am 12.05., Frau Simsek und Frau Albig-Borek mit LK PW in den Deutschen Bundestag am 16.05., 8/B Frau Siegemund und Elternteil Amtsgericht Charlottenburg am 23.05., 8/E und 9/E mit Frau Samardjieva und Frau Acimi zu „Komm auf Tour“ am 25.05., 10/A Frau Siege-mund/Frau Mohn Plenarbesuch Bundestag am 26.05. (aufzählung möglicherweise – wie immer unvollständig …)

Noch zwei letzte Anmerkungen:

Wir hatten ja in der Woche vom 22.05. bis 25.05. eine Pünktlichkeitsstatistik geführt. Das wollen wir ab Montag noch mindestens eine Woche weiterführen. Also: Bitte nicht auf den letzten Drücker zur Schule kommen … Bisher hatten wir immer zwischen 5 und 10 Zuspätkommer:innen …

Ein Dank geht auch an die Fachverantwortlichen, die der Schulleitung die Einsatzpläne der Lehrerinnen und Lehrer für das kommende Schuljahr ab August zugearbeitet haben. Wir haben nun mit der Planung des nächsten Schuljahres begonnen …

Aus der Geschichte unserer Schule

Auf diesem Zeugnis unserer Schule vom 23. September 1913 (!! – 1 Jahr zuvor war die Titanic gesunken, 1 Jahr später begann der I. Weltkrieg) geht hervor, dass sich gewisse Dinge auch seit „Kaisers Zeiten“ nicht geändert haben: Es sind bei diesem Schüler in der Obersekunda (11. Klasse von 13) immerhin 95 Fehlstunden vermerkt. Das Abitur hat er aber trotzdem bekommen …

Im Übrigen: 2 Namenswechsel in 5 Jahren: 1913 – Oberrealschule zu Berlin-Wilmersdorf, 1917 – Oberrealschule am Seepark zu Berlin-Wilmersdorf, 1918 – Oberrealschule am Hindenburgpark zu Berlin-Wilmersdorf …

Bilder aus der Schule

Lesen. Sehen. Hören.

LESEN
Robert Seethaler: Das Cafe ohne Namen

nicht nur für Seethaler-Fans oder Wien-Liebhaber eine sehr kurzweilige Darstellung der nachbarschaftlichen Gastwirtschaften in den Wiener 60ern

Für die lieben Kleinen: Hätte ich das mal früher gewusst (Taschenbuch, 14 Euro)

Alles, was in der Schule eine Rolle spielt, aber irgendwie nicht gelehrt wird …

SEHEN
Thousand and One

Wenn aus den Kinos heraus und in den Mediatheken oder bei Streamingdiensten verfügbar: Einer der berührendsten Filme der letzten Jahre. Eine Mutter und ihr Adoptivkind und ihr Kampf ums Überleben, die Liebe eines Lebens – nach einer Erzählung von James Baldwin (New York in den 70 und 80er Jahren)

HÖREN
Dustin O´Halloran – Other Lights

Wenn man musikalische Verstärkung beim Nachdenken oder Erinnern braucht …

Ein schönes und sonniges Wochenende wünscht Ihnen allen

Marc-Thomas Bock

Bildnachweis Titelbild: Bain, Public domain, via Wikimedia Commons

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